1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel wandern weltweit jedes Jahr in die Tonne

Nachfolgende Zahlen zeigen, wie Nahrungsmittel konsumiert und verschwendet werden:

  • 13,44 Milliarden Tonnen CO2 fallen jährlich durch Lebensmitteltransporte an.
  • 40% der jährlich weltweit produzierten Lebensmittel landen im Müll statt im Magen. Das sind mehr als 1/3 der Nahrungsressourcen unseres Planeten.
  • 15 kg Lebensmittel werden jährlich pro Person in der Wallonie weggeworfen. Die Unkosten belaufen sich dabei auf 1,4 Milliarden Euro.

Kurzum: Es gibt viel Luft nach oben, um nachhaltiger mit wertvollen Nahrungsmitteln umzugehen, natürlich auch in der Tourismusbranche.

Wie entsteht Lebensmittelverschwendung?

  • Man kauft zu viel.
  • Man kauft das Falsche.
  • Man kauft Unnötiges.
  • Man vergisst Vorräte im Kühl-, Gefrier- oder Küchenschrank.
  • Man gibt zu große Portionen auf den Teller.
  • Man trifft den Geschmack nicht.
  • Man bereitet Essen schlecht zu.
  • Man versteht das Mindesthaltbarkeitsdatum falsch.

Wie wirkt sich Lebensmittelverschwendung aus?

Die Lebensmittelverschwendung belastet

  • die Betriebe und Haushalte durch unnötige Ausgaben.
  • die Allgemeinheit durch Abfallberge und hohe Entsorgungskosten.
  • die Umwelt, weil unnötig Ressourcen verwendet werden und sie dadurch verschmutzt wird.

Wie hilft die Nahversorgung gegen Lebensmittelverschwendung?

Prinzipiell müssen wir wieder lernen, das Essen und die damit verbundene Arbeit zu achten.

Hierbei kann der Einkauf direkt bei regionalen Produzenten helfen. Die Produkte sind günstiger, frischer und gesünder, da sie oft aus dem Bioanbau oder nachhaltiger Landwirtschaft stammen. Für die Wirtschaft und Umwelt bietet dies nur Vorteile:

  • Förderung nachhaltiger Landwirtschaft
  • kürzere Transportwege und daher geringerer Energieverbrauch
  • weniger Verpackungen
  • Wiederaufwertung alter Obst- und Gemüsesorten

In Ostbelgien findet man immer mehr lokal hergestellte Produkte. Einen Ein- bzw. Überblick verschafft die Initiative „Made in Ostbelgien“ (MIO). Detaillierte Informationen zu regionalen Produkten und ihren Herstellern findet man auf der MIO-Homepage.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgien informiert online zudem u.a. über die Nahversorgung.

Wie kann man in seinem Alltag Lebensmittelverschwendung konkret bekämpfen?

  • einen Einkaufsplan erstellen und ihn einhalten
  • Lebensmittel und Reste richtig aufbewahren
  • Essensreste verwerten
  • auf Sauberkeit und Hygiene bei der Aufbewahrung und Verarbeitung achten

Wie kann man seine Einkäufe gut planen?

vor dem Einkauf

  • Einkauf planen
  • nachschauen, was noch im Kühl- und Küchenschrank ist, und überprüfen, was davon zuerst aufgebraucht werden muss
  • Mahlzeiten mit Resteverwertung planen
  • Einkaufsliste mit den richtigen Mengen versehen

beim Einkauf

  • streng der Einkaufsliste folgen
  • Etikett und Haltbarkeitsdatum unter die Lupe nehmen
  • Verpackung auf eventuelle Schäden prüfen
  • die richtigen Mengen kaufen
  • bei Rabatt die Mengen analysieren, um zu vermeiden, Essen hinterher wegzuwerfen
  • Kühl- oder Tiefkühlprodukte immer zuletzt in den Einkaufswagen legen und in Kühltaschen nach Hause bringen

Wo liegt der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und Verbrauchsdatum?

75 % der Belgier sind unwissend. Folglich landet eine große Menge einwandfreier und noch zum Verzehr bestimmter Lebensmittel im Müll.

„Mindestens haltbar bis …“

Auch nach diesem Datum ist das Lebensmittel unbedenklich für die Gesundheit. Allerdings können sich gewisse Eigenschaften wie Aroma, Farbe oder Konsistenz ändern. Wenn das MHD abgelaufen ist, sollte man das Essen anschauen, riechen und schmecken. Wenn Aroma, Geruch und Konsistenz noch stimmen, besteht keinerlei Gesundheitsrisiko. Sollte man zweifeln, dann wirft man das Essen besser weg.

„Verbrauchen bis …“

Damit ist das Verbrauchsdatum gemeint. Bis zu diesem Tag sollte man das Produkt verzehren. Danach können mikrobiologische Gesundheitsgefahren vom Essen ausgehen. Hierzu zählt u.a. Fisch.

Worauf kann man achten, um Lebensmittel richtig aufzubewahren?

Worauf kann man achten, um Lebensmittel richtig aufzubewahren?

Obst und Gemüse

Obst und Gemüse ist grundsätzlich kühl, trocken und vor Licht geschützt im Keller oder im Gemüsefach des Kühlschranks (außer Bananen) aufzubewahren.

Fleisch und Fisch

Diese Lebensmittel sollte man in der Originalverpackung im Kühlschrank aufbewahren. Wichtig: Man sollte das Verbrauchsdatum auf der Verpackung im Auge behalten.

Was kommt wohin in den vier Kühlschrank-Zonen?

Wenn ein Kühlschrank keine Umluftkühlung hat, sind 4 verschiedene Temperaturbereiche zu beachten. Dann ist es wichtig, die Lebensmittel in die richtige Zone einzuräumen.

  • Null-Grad-Zone (0 bis 3°C): oberer Bereich
    • angebrochene Milchprodukte, Frischkäse, Rohmilch, rohes Fleisch und Fisch, Aufschnitt
    • frischer Fruchtsaft, aufzutauende Produkte, zubereitete Gerichte, Schalentiere
  • Kühlzone (4 bis 6°C): mittlerer Bereich
    • Fleisch- und Fischzubereitungen, gegartes Obst und Gemüse
    • Backwaren, Soßen
    • Hart- oder Halbhartkäse, Joghurt, Sahne
  • Gemüsefach (6 bis 8°C): unten im Kühlschrank
    • frisches Obst und Gemüse
    • reifender Käse
  • Kühlschranktür (6 bis 8°C): mit dem Gemüsefach die sogenannte „Kellerzone“
    • Eier, Butter
    • Konfitüre
    • Gewürze (auch angebrochene Gewürzgurken)
    • Getränke (Fruchtsaft, Softdrinks, Wasser)
    • Vinaigretten, Mayonnaise, Ketchup, Senf

Worauf muss man bei eingefrorenen Lebensmitteln achten?

Prinzipiell: Eingefrorene Lebensmittel halten sich länger, aber nicht ewig.

Fleisch und Fisch

  • nicht länger als 3 bis 12 Monate
  • Fisch wie Lachs: 2 bis 4 Monate

Gemüse

  • 6 bis 12 Monate
  • vorm Einfrieren putzen und kurz blanchieren, ausgenommen Zucchini, Auberginen und Spargel

Obst

  • 9 bis 12 Monate
  • ungeeignet: Bananen, Trauben, Wassermelonen, einige Kirsch- und Pflaumensorten

Backwaren

  • mehrere Monate

Ausführlichere Informationen findet man auf der Homepage der Verbraucherschutzzentrale.

Gibt es (ostbelgische) Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung?

Das Angebot ist groß und wächst ständig. Eine einzige Bedingung ist dabei von Belang: Die Nahrungsmittelsicherheit muss gewährleistet sein.

Hier einige Beispiele:

Die WFG-Ostbelgien bietet ebenfalls verschiedene Lösungen an.