Bewerbung als Nationalpark

Das Hohe Venn braucht Ihre Unterstützung

„Ich bin Venn“ – unter diesem Slogan finden aktuell Aktionen statt, um eine Vision des Hohen Venns als Nationalpark auszuarbeiten. Interessierte Bürger, Vereinigungen oder Gäste können mit ihren Ideen zur Vision beitragen.

Das Hohe Venn ist eine außergewöhnliche Naturlandschaft: Es besteht aus weitläufigen Heide- und Moorlandschaften, die von Wäldern umgeben sind. Mit einer Höhe von knapp 700 m ist das Hohe Venn das erste Hindernis für die Wolken, die von den vorherrschenden atlantischen Winden über das Land getragen werden. Daraus resultieren starke Niederschläge und ein kühles Klima. Diese Bedingungen begünstigen die Entwicklung von Feuchtgebieten wie Torfmooren. Diese Moore beherbergen eine in Westeuropa einzigartige Flora und Fauna und sind echte Kohlenstoffsenken. Sie reagieren aber sehr empfindlich auf die globale Erwärmung – denn sie funktionieren wie ein Schwamm. So entspringen dem Hochplateau zahlreiche Flüsse: im Norden die Weser und ihre Nebenflüsse (Hill, Gileppe, Hoëgne), im Osten die Rur, im Süden die Warche und ihre Nebenflüsse (Bayehon, Trôs Marets ...), die alle zum Wassereinzugsgebiet der Maas gehören. An diesen Flüssen wurden mehrere Dämme errichtet, die einen Großteil des Bezirks Verviers mit Wasser versorgen.

Hohes Venn: Natur- und Kulturlandschaft

Ein Holzsteg führt durch das Hohe Venn.

Das Hohe Venn war lange ein Hindernis: mit Ausnahme der römischen Via Mansuerisca führten die meisten Wege um das Venn herum. Es gibt zahlreiche Geschichten von Reisenden, die dennoch versuchten, es auf unsicheren Wegen zu durchqueren – die sich aber verliefen und dabei gar ihr Leben ließen. Um ihnen zu helfen, wurden im Laufe der Jahrhunderte Gasthäuser errichtet. Übrig geblieben ist heute nur noch die bekannte „Baraque Michel“. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mauserte sich das Gebiet zu einem touristischen Anziehungspunkt. Bis hin zu Besucherströmen, die in den letzten Jahren punktuell zu einer Bedrohung der Natur, zu Mobilitäts- und Sicherheitsproblemen sowie zu Störungen in den umliegenden Dörfern führten.

Es ist also notwendig, den Naturschutz sehr umfassend anzugehen: Sie müssen ein großes Territorium im Auge haben und auf den unterschiedlichsten Ebenen arbeiten.

Das Projekt Nationalpark Hohes Venn

Im Projekt „Nationalpark Hohes Venn“ geht es generell für die Gemeinden darum, eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung der Region zu erreichen. Für die erfolgreichen Bewerber um den Titel „Nationalpark“ werden Finanzmittel zur Umsetzung von Maßnahmen und Projekten bereitgestellt, mit denen:

  • die Umwelt wiederhergestellt,
  • die Infrastruktur ausgebaut,
  • der Empfang verbessert und
  • die Naturräume und das Naturerbe der Region aufgewertet werden können.

Das Projekt wurde nach einer ersten Vorauswahl auf Ebene der Wallonischen Region neben drei anderen Bewerbern in die engere Auswahl genommen. Es tritt nun in seine zweite und letzte Phase ein, in der zwei Gebiete das Gütesiegel erhalten und in den Genuss der vorgesehenen Finanzmittel kommen werden. Alle Akteure der sieben betroffenen Gemeinden (Baelen, Bütgenbach, Eupen, Jalhay, Malmedy, Raeren und Weismes) und sogar darüber hinaus (Bezirk Verviers, die Deutschsprachige Gemeinschaft und die angrenzenden deutschen Gemeinden) können sich an den Überlegungen und Vorschlägen zu diesem Projekt beteiligen, um die Vision des Hohen Venns als Nationalpark auszuarbeiten.

Eine eigene Webseite informiert Sie über Möglichkeiten, Neuigkeiten und Aktionen sowie häufig gestellte Fragen.

Naturschutzgebiete genießen gemäß dem Naturschutzgesetz einen starken Schutzstatus. Ihr Umfang und die darin stattfindenden Aktivitäten sind streng geregelt. Ihr Hauptziel ist es, vorhandene Lebensräume oder Arten zu erhalten.

 

Bei einem Nationalpark hingegen wird kein zusätzlicher Schutzstatus auferlegt und somit auch keine damit verbundenen rechtlichen Beschränkungen. Allerdings umfasst der Geltungsbereich eine Reihe von Gebieten, die Statuten oder anderen Gesetzen unterliegen, deren Einhaltung selbstverständlich erforderlich ist. Die Fläche eines Nationalparks ist in der Regel viel größer als die übliche durchschnittliche Fläche eines Naturschutzgebiets. Gemäß den Kriterien muss der Nationalpark einen bestimmten Prozentsatz an Schutzgebieten mit unterschiedlichem Status enthalten.

 

Obwohl die Nationalparks die gleichen Kriterien (z. B. Mindestgröße) erfüllen müssen, die von der Internationalen Union für Naturschutz festgelegt wurden, kann jeder Staat die Art und Weise, wie er einen Nationalpark einrichtet, anpassen.

Das Hohe Venn